Wahnwitziger Synth-Punk-Disco-Hybrid mit Spaßgarantie.
Thee Oh Sees, Oh Sees, Osees – so oft wie die Band aus Kalifornien ihren Namen wechseln andere Leute ihre Unterwäsche. Ähnlich chaotisch zwischen Hardcore, Psychedelic und Krautrock geht es auf den unzähligen Alben zu, die Sänger und Gitarrist John Dwyer mit immer wechselnden (man erkennt ein Muster) Bandmitgliedern aufgenommen hat. INTERCEPTED MESSAGE ist nun das 27. Album der ähnlich viele Jahre dauernden Bandgeschichte und öffnet wieder mal ein neues Sound-Kapitel: Es geht Richtung 80ies, Synths und funky Gitarren.
AmazonMal erinnert das wie bei „Die Laughing“ mit atemlosem Funk-Groove und knatternden, piepsenden, fiependen Synthesizern an den Art Punk von Parquet Courts, an anderer Stelle geht es bei „Unusual & Cruel“ in die Hochgeschwindigkeits-Disco – und das durchaus mit viel Pop Appeal. Am stärksten kommt der bei „Always At Night“ zum Tragen: Eine richtige Schmacht-Ballade mit ausladenden Synth-Texturen, bei der John Dwyer eine ungewöhnlich zarte Seite durchblicken lässt.
Aber keine Angst, es bleibt trotzdem immer leicht wahnsinnig und endet folgerichtig mit einem Joke-Track: „LADWP Hold“ ist ein Witz auf Kosten der Warteschleife des Los Angeles Department of Water and Power: „Your call is super-duper important to us“, sagt die gelangweilte Konservenstimme über kitschiger Fahrstuhlmusik. Super-duper wichtig ist dieses Album vielleicht nicht – macht aber extrem viel Spaß.
Autor: Elias Pietsch