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Die 100 wichtigsten Frauen im Pop – Platz 89 bis 85


Eine Reise durch Female-Pop gestern und heute. Hier geht's zu den Rängen 89 bis 85.

Musik kennt erst mal kein Geschlecht: Die angeschlagene Saite, die getretene Fußtrommel oder der Loop in der Audio-Software – alles komplett genderneutral. Schöner Gedanke, oder?

Doch über Ton und Beat hinaus spielt das aufgeladene Thema sehr wohl eine Rolle. Musik ist, wenn sie die Instrumente verlassen hat, immer auch Kontext. Musik bildet Realitäten ab und nimmt genauso auch Einfluss auf sie.

Dass Pop und Gesellschaft über die Dekaden diverser geworden sind, braucht man heute nieman- dem zu erzählen. Wer sich aber bei all der Bewegung hingegen gern mal im Bart kratzt und lieber noch mal umdreht, ist der traditionsbewusste Popkulturkanon. Unzählige Listen werden immer noch angeführt von Dylan und den Beatles – Radiohead gelten hier noch als junge Herausforderer. Auch dieser Blick mag für manchen einen Reiz besitzen, doch wenn es mal wieder auf das Argument rausläuft, es gäbe ja so wenig einflussreiche Musikerinnen, dann dimmen sich die Lichter.

Wir widmen uns im aktuellen MUSIKEXRESS daher all den einflussreichen Frauen im Musikbetrieb. So selbstverständlich das alles sein möge, so wertvoll sind doch die Impulse, die uns weibliche Acts zusätzlich zu ihren Hits noch obendrauf gegeben haben. Nur weiter so, we’ve only just begun.

Was wir brauchen, ist ein neuer Kanon der Popmusik

Hier ein vierter Teaser der Liste der 100 wichtigsten Frauen im Pop – Platz 89 bis 85

Platz 89: Pauline Oliveros

Während Steve Reich, mit dem die Texanerin 1961 das San Francisco Tape Music Center gründete, zur Ikone der Experimentalmusik wurde, blieb Oliveros unbekannt. Den dahinterstehenden Sexismus prangerte die offen queere Musikpädagogin bereits 1970 in dem Artikel „And Don’t Call Them ,Lady‘ Composers“ an.

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Ohne sie: hätten sich Performances elektronischer Musik anders entwickelt; Oliveros setzte als eine der ersten Künstler:innen Live-Elektronik auf der Bühne ein und dabei stets auf Improvisation.

(Stephan Rehm Rozanes)

Platz 88: Ma Rainey

Eine der wichtigsten frühen Figuren des Blues. Mit ihrer tiefen Stimme, Bühnenpräsenz und Songs aus der Perspektive als unabhängige, Schwarze, offen bisexuelle Frau zog sie ein riesiges, gemischtes Publikum an und etablierte den Blues auf der Musiklandkarte.

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Ohne sie: hätte es weder Bessie Smith, noch Big Mama Thornton und Janis Joplin so gegeben.

(Annett Scheffel)

Platz 87: DJ Minx

DJ Minx hat die Geschichte von Detroit Techno entscheidend mitgeformt – als Resident-DJ im Motor Club, Radio-DJ, Community Organizer für Female DJs und Labelboss von Women on Wax. All das neben einem Vollzeitjob. Detroit hustles hard, Minx even harder. Seit mehr als 30 Jahren.

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Ohne sie: als Vorbild hätten zahllose Female DJs nie angefangen aufzulegen.

(Annett Scheffel)

Platz 86: Cyndi Lauper

Cyndi Lauper in der „Bravo“ – das war immer ein Fest. Die Infos zum Masturbationshit „She Bop“, der Verdacht, sie habe nackt gesungen, das Namedropping des „Blueboy Magazines“. Oder die Story zu „We Are The World“, ein Geräusch störte, Produzent Quincy Jones brauchte ewig, um es zu identifizieren: Cyndis Ohrringe.

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Ohne sie: wäre die „Bravo“ deutlich langweiliger gewesen.

(André Bosse)

Cyndi Lauper fand „Girls Just Want To Have Fun“ erst zum Gähnen

Platz 85: Sylvia Moy

Als erste Songwriterin und Produzentin bei Motown öffnete sie Türen für viele Frauen. Außerdem war sie es, die Labelchef Gordy überredete, Stevie Wonder nach seinem Stimmbruch nicht abzusägen. Sie schrieb „Uptight“ und „My Cherie Amour“ und Hits für Marvin Gaye und die Isley Brothers.

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Ohne sie: hätte nach 1965 wahrscheinlich niemand von Stevie Wonder gehört.

(Annett Scheffel)

Bad Bunny, Rosalía, Karol G: Weshalb Reggaeton nicht zu unterschätzen ist

+++ Unser aktuelles Heft ist seit dem 09. Februar im Handel. Darin gibt es die komplette Lister der 100 wichtigsten Frauen im Pop. Hier teilen wir immer wieder Ausschnitte des Rankings. +++