„Rogue One“-Star Felicity Jones im Interview: „Eine phänomenale weibliche Hauptrolle“
Zunächst erfuhr sie bloß, dass es sich um eine wichtige Rolle handeln soll. Jetzt ist Felicity Jones die Heldin in „Rogue One: A Star Wars Story“.

me.Movies: Jede Schauspielerin auf diesem Planeten hätte Jyn Erso bestimmt auch gerne gespielt. Wie haben Sie die Rolle bekommen?
Wo haben Sie den erlösenden Anruf mit der Nachricht bekommen, dass sie dabei sind?
Das war schon sehr magisch. Ich war gerade in Los Angeles und mitten in unserer Oscar-Kampagne für „Die Entdeckung der Unendlichkeit“. Ich war gerade auf dem Weg zu einer Preisverleihung, als der Anruf kam.
Was ging Ihnen da als erstes durch den Kopf?
Ich dachte: Oh mein Gott. Das wird dein Leben ganz schön verändern. Es war wirklich aufregend.
Und wem haben Sie es dann als Erstes erzählt?
Meiner Mutter und meinem Bruder. Ich habe sie sofort angerufen: Ihr werdet es nicht glauben. Ich spiele zwar nicht Chewbacca, aber ich werde in „Star Wars“ dabei sein. (lacht)
Wie haben sie reagiert?

Sie waren fast genauso aufgeregt wie ich. Gleichzeitig waren sie auch etwas besorgt, weil es ein so großer Film ist. Aber sie wissen, wie sehr ich die Rolle wollte und sie unterstützen mich sehr. Am aufgeregtesten sind allerdings mein Cousin und ein Freund meines Freundes. Denn die sind die größten „Star Wars“-Fans aller Zeiten. Wenn man nur den Titel „Star Wars“ ausspricht, kriegen sie Stielaugen. (lacht) Sie wollten ständig, dass ich ihnen alles erzähle. Das durfte ich natürlich nicht. Die Details waren strengstens geheim. Und da musste ich wirklich aufpassen.
Können sie gut dicht halten?
Meine Güte, das war wirklich schwierig. Ich hätte ja am liebsten alles erzählt, weil ich es selbst so spannend fand. Ich habe dann immer gesagt: Ich muss viel durch die Gegend laufen. Das war alles, was ich sagen durfte. Das war natürlich nicht sehr befriedigend für die Jungs.
Wie sah Ihr „Star Wars“-Training neben Herumrennen aus?
Ich bin von einem Kung-Fu-Trainer unterrichtet worden. Das musste allerdings abends stattfinden, weil ich gerade noch einen anderen Film gemacht habe. Ich kenne mich ganz gut mit Judo aus, weil ich schon in der Schule Judo-Unterricht hatte. Das war wie eine Zeitreise in die Vergangenheit. Und dann musste ich natürlich viel mit den Stuntleuten üben. Die waren sehr geduldig mit mir. Ich habe so viele Stunts wie möglich selbst gemacht.
Was ist eigentlich Ihre erste „Star Wars“-Erinnerung?
Was hat Sie an dieser „Star Wars“-Welt fasziniert?
Letztendlich waren es eindeutig die Charaktere und ihre Beziehungen untereinander. Es ist zwar ein Science-Fiction-Film, aber auf die bestmögliche Weise erzählt. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, mit diesen Figuren auf einer Reise zu sein. Ich habe mich mit ihnen gefreut, mir Sorgen um sie gemacht, war mit ihnen traurig. Es fühlte sich an, als würden wir zusammen ein Abenteuer erleben.
Hatten Sie damals eine Lieblingsfigur oder einen Lieblingsschauspieler?
Besonders habe ich Han Solo geliebt. Der war so lässig und witzig. Er war immer eine Inspiration für mich. Und was ich so schön fand, war das Erlebnis, die Filme dann als Erwachsene noch einmal zu sehen. Die Filme funktionieren für jede Altersgruppe und überall auf der Welt. Sie haben etwas Universelles. Ich war auch ein großer Fan von Obi-Wan Kenobi. Alec Guinness hat den so fantastisch gespielt. Und ganz groß war natürlich auch Yoda. Ich habe also drei Lieblinge.

Hatten Sie „Star Wars“-Bettwäsche oder Spielzeug?
(Lacht) Nein, ich hatte einen Teddybären und meine Spielzeugpferde. Die kamen auch meistens draußen zum Einsatz. Aber „Star Wars“ war mein erster richtiger Kontakt mit dem Kino und der Begeisterung dafür. Das war ein ganz besonderer Moment.
Sie standen im Alter von zwölf Jahren zum ersten Mal vor der Kamera. Hatten Sie damals schon den Plan, Filmstar zu werden?
Es war eher ein Gefühl, ein Instinkt. Ich habe mich auf der Bühne und vor der Kamera sofort wohl gefühlt. Und ich habe das Schauspielen schon damals sehr ernst genommen. Etwas zu ernst wahrscheinlich. Selbst wenn ich mit meinem Bruder und meinen Cousins etwas vor meinen Eltern aufgeführt habe, musste alles perfekt sein. Als ich einen Zinnsoldaten gespielt habe, musste ich mich komplett in Alufolie einwickeln, sonst wäre es nicht richtig gewesen. Aber genau solche Sachen liebe ich bis heute. Ich bin gerne ein Chamäleon. Ich finde es faszinierend, mich in andere Menschen zu verwandeln.
Das Interview führte Bettina Aust
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