Kendrick Lamar im ME-Helden-Feature: Peace, Love und Demut
Kendrick Lamar bleibt kompliziert. Und das ist das Beste, was uns allen passieren kann. Alles zu seinem Schaffen hier.

Wer bin ich und wenn ja, wie viele? Der olle Spruch von Richard Precht passt am besten auf den größten Rapper der Gegenwart: Kendrick Lamar. Widersprüchlich, bescheiden, größenwahnsinnig und vor allem – unfassbar talentiert. Zum sechsten Album und seiner Krönung zum unwidersprochenen King of Rap beim Super Bowl werfen wir einen Blick zurück auf eine Karriere, die es fast nicht gegeben hätte.
Nicht unser Retter

Will er der Heilsbringer des HipHop sein? Will er ein Star sein? Will er eigentlich nur in einem Loch verschwinden und vor sich hin rappen? Es gibt im Pop aktuell wahrscheinlich keine so widersprüchliche Figur wie Kendrick Lamar, der vor kurzem erst – Ende November 2024 – völlig überraschend sein sechstes Album, GNX, veröffentlicht hat. Er sucht die große, ja die größten Bühnen und zieht sich radikal aus der Öffentlichkeit zurück. Er tritt auf Plattencovern und auf Konzerten auf wie eine Jesusfigur und rappt gleichzeitig „I’m not your savior“, ich bin nicht euer Retter. Er spricht und rappt und singt davon, innere Ruhe anzustreben, lädt deutsch-amerikanische Lebensratgeber-Gurus auf seine Alben ein und hat trotzdem den größten HipHop-Beef der Gegenwart angezettelt – und keine Ruhe gegeben, bis sein Gegner aufgegeben hat. Und tritt immer noch nach.
King Kenny, K.dot, Oklama, Kung-Fu Kenny, Cornrow Kenny, Good kid, the GOAT, oder auch einfach Kendrick Lamar, geboren als Kendrick Lamar Duckworth am 17. Juni 1987 in Compton, diesem Teil von L.A. County, der so etwas wie das spirituelle und historische Zentrum des Westcoast-Rap ist. Straight Outta Compton, Easy-E, Ice Cube, Dr. Dre, dies das. Wobei die Wurzeln dieser Entwicklung sogar noch ein bisschen weiter zurückliegen, aber das ist eine Geschichte für einen anderen Tag. Aufgewachsen ist Lamar also am Ground Zero kalifornischer HipHop-Geschichte und auch seine Kindheit ist die, aus der Rap-Albträume und maximale Realness gestrickt werden: Die Eltern, Paula und Kenneth aka „Kenny“, sind beide Migrant:innen aus Chicago, der Vater mit der Gang Gangster Disciples verbandelt, sie leben in Sozialwohnungen und von Sozialhilfe und erleben als siebenköpfige Familie auch immer wieder Wohnungslosigkeit. Es ist Los Angeles County in den 1990ern, die Crackepidemie ist auf ihrem Höhepunkt. Der kleine Kendrick, benannt nach dem The-Temptations-Sänger Eddie Kendricks, erlebt die Unruhen 1992, die durch Polizeigewalt gegen den Schwarzen Mann Rodney King ausgelöst wurden und noch viel mehr Polizeigewalt gegen Schwarze Menschen nach sich zogen, hautnah.
Er ist erst fünf, als er das erste Mal Zeuge eines Mordes in seiner Nachbarschaft wird, mit acht der nächste, während er auf dem Heimweg ist. Das Opfer wollte gerade in einem Drive-Thru Essen bestellen. Lamars Eltern nennen ihren kleinen stotternden Sohn „Man-Man“, weil er schon als kleiner Junge so erwachsen tut, erwachsen tun muss. Kind sein können? Nicht wirklich drin. Natürlich ist es Küchenpsychologie, darüber zu fabulieren, was solche Erfahrungen mit einem Menschen machen können. Wie sie ihn prägen, wie sich Traumata eingraben, tief in das, was man Seele nennen könnte, oder ins Gehirn, oder einfach in den Blick auf die Welt. Aber Kendrick Lamar wird immer wieder seine Jugend thematisieren, in Gesprächen, als er noch Journalist:innen Interviews gibt, und vor allem in Lines, in Rhymes, in Songs. Denn was ist Schreiben anderes als ein Werkzeug, um mit der Welt klarzukommen? Lamar kriegt dieses Werkzeug früh in die Hand. Man-Man ist Musterschüler, fleißig, Streber, kann in der ersten Klasse schon komplizierte Wörter richtig benutzen. Seine Grundschullehrerin sagt, er solle schreiben. Ein anderer bringt ihm Lyrik nahe. Deeskalationsstrategie war das, aufgeheizte Stimmung an der Schule zwischen den verschiedenen Schüler:innengruppen. Die kann man mit Fäusten austragen, mit Messern und Knarren. Von Poesie ist es nur ein kleiner (oder auch gar kein) Sprung zu Rap-Lyrics, von Reimen zu Rhymes, von Jamben zu Bars. Er schreibt. Und schreibt und schreibt und schreibt. Und hört nicht auf zu schreiben.
Sein Karriereweg ist klar: Er wird Rapper. Also, falls er es schafft, nicht in den Knast zu kommen. Und zu überleben. Denn damit ist es so eine Sache: Zeitweise bedeutet der Weg zur Schule, durch Gangwar-Land laufen zu müssen. Später hat er die Art von Freund:innen, die Eltern ungerne sehen. Freund:innen, mit denen man feiert, säuft, ballert. Freund:innen, mit denen man vielleicht abstürzen könnte. Nur bedeutet Abstürzen in Compton im schlimmsten Fall eben Crackabhängigkeit. Oder Gangwar. Oder Tod. Oder all das zusammen. Sein Vater, selbst einst doch Gang-Affiliate, setzt dem Ganzen ein Ende. Sein ältestes Kind soll seine Fehler nicht wiederholen. Soll nicht den gleichen Weg gehen, von dem es zurück so viel weiter und schwerer ist als hinein. Kenny Junior liebt den Daddy, teilt mit ihm die Liebe zu Tupac, zu Rap. Gleichzeitig erlebt er den Tod eines Freundes – und wird zum Christen. Whatever helps, Papa hat es geschafft. Und noch mal gleichzeitig spricht es sich in Compton herum, da gibt es diesen Typen in der einen Highschool, der sich K.Dot nennt und unfassbar gut rappen kann.
Dave Free, nur ein Jahr älter als er, kommt vom benachbarten Inglewood rüber, um diesen Typen zu sehen. Sie werden friends, lieben HipHop und die gleichen Serien. Eine Liebesgeschichte, wie alle großen Liebesgeschichten beginnen. Dave Free wird K.Dots Hypeman, besorgt ihm Auftritte, sie nehmen Musik im selbstgebauten Studio seines Bruders auf. Lamar releast seine ersten Mixtapes, hat aber noch nicht mal die Schule abgeschlossen. Passiert aber auch noch, sogar als Einser- und Musterschüler. Einen kurzen Moment überlegt er es sich sogar noch, ob er nicht Psychologie oder so etwas studieren soll. Aber das mit der Musik, das fängt so richtig an zu laufen: Free hat eines seiner Mixtapes dem Produzenten Anthony „Top Dawg“ Tiffith vorgespielt, der gerade ein Label gründet. Und Lamar einlädt, bei ihm und seinem Kollegen Terrence „Punch“ Henderson mal vorzusprechen. Eh, vorzurappen. Es wird eine Performance, die niemand im Raum so schnell vergisst – zwei Stunden lang am Stück soll er gefreestyled haben. Muss man erst einmal durchhalten. Als Performer, aber auch als Zuhörer. Danach hat er seinen Plattenvertrag. Und einen Anteil am neu gegründeten Label: Top Dawg Entertainment, kurz TDE.
TDE, das ist so etwas wie eine Familie. Tiffith hat ein Aufnahmestudio gebaut, nennt es House of Pain. Kendrick Lamar, Jay Rock, Ab-Soul und Schoolboy Q, sie inspirieren sich gegenseitig, ziehen sich gegenseitig mit, gründen eine Supergroup, „Black Hippy“. Ein gemeinsames Album ist irgendwie immer grob geplant, wird aber nie kommen. Sie schauen als Feature-Gäste in den Songs der anderen vorbei, treten zusammen auf. Und vor allem tritt Lamar bei den Heavyweights des HipHop in Erscheinung: Er kooperiert mit Def Jam, ist als Rookie auf zwei Tracks von The Game zu hören. Mit Def Jam soll es aber nicht klappen – irgendetwas geht bei einem Zusammentreffen mit dem damaligen Chef Jay-Z schief. Na ja, vielleicht besser so. „Ich war nicht ready“, sagt Kendrick später darüber.
Er releast Mixtapes, die mal besser, mal schlechter aufgenommen werden und entscheidet sich irgendwann, 2009 ist das, seinen Künstlernamen K.Dot einzumotten. Realer werden. Wahrhaftiger. Zu sich selbst, über sich selbst, und vor allem in den eigenen Lyrics – das zeigt sich direkt in seiner ersten EP überhaupt und der ersten als Kendrick Lamar. Die heißt direkt auch so und zeigt auf dem Cover einen in Gedanken versunkenen, lesenden jungen Mann, inhaltlich wird es melancholisch und zeigt, wohin die Reise in den kommenden Jahren gehen wird: Er sei ein „good kid from the mad city holding a cereal box instead of a glock“, sagt er über sich auf dem Track „Thanksgiving“. Und: „She listening to Drake / And all I can say / Is damn, these niggas that much better than me, baby?“ Aber bis zum monumentalen brutalen Beef mit Drake 2024 ist es noch lange hin. Noch ist Kendrick bestenfalls ein Untergrundhype. Aber einer, der mit seinem nächsten Release ein Jahr später schon die Aufmerksamkeit von Dr. Dre auf sich zieht. Ob er nicht mit Snoop zusammen auf seinem Album DETOX…? Dazu wird’s nicht kommen, was diesmal nicht an Kendrick liegt, sondern daran, dass DETOX eines dieser Alben ist, die nie kommen werden, das CHINESE DEMOCRACY des HipHop. Aber das ist eine andere Geschichte für einen anderen Tag. Viel wichtiger: Snoop Dogg und Dre sind begeistert. Kendrick wird 2011 in die legendäre „Freshman Class“ des HipHop-Magazins „XXL“ aufgenommen, eine sichere Voraussage, dass es in dem Jahr steil gehen wird. Später deutet er an, dass er in den Anfangstagen seiner Karriere auch als Ghostwriter für andere unterwegs war. Wer? Der Honor Code verbietet es, zu plaudern. Aber es hilft auf jeden Fall, sich als kleiner Newcomer aus Compton einen Namen zwischen den ganzen Großen zu machen.
Und es geht steil: Sein Debüt SECTION.80 erscheint im Juli 2011, benannt nach dem Sozialwohnungsprogramm „Section 8“, das seiner Familie in seiner Kindheit zumindest meistens ein Dach über den Kopf sicherte. Conscious Rap, jazzinspirierte Produktion, ein Mix aus Gesellschaftskritik und Massentauglichkeit – hier wurde Kendrick Lamar zu Kendrick Lamar. Die breite Öffentlichkeit nahm zwar kaum Notiz, in die Charts kam das Album trotzdem. Also, zumindest auf einen gemütlichen Platz 113. Aber immerhin. Die HipHop-Szene jedenfalls horchte auf: Snoop, Dre und The Game nennen Kendrick bei einem gemeinsamen Konzert den „neuen König der Westcoast“ bei dieser symbolischen Fackelübergabe, „run with it“, sagt Snoop Dogg, das Publikum ruft „Kendrick! Kendrick! Kendrick!“. Und auf der Bühne steht heulend, umgeben von seinen Vorbildern und Weggefährten, ein 24-jähriger Kendrick.
Was macht man, wenn so viel Hoffnung in einen gesteckt werden, bevor man überhaupt ein fertig entwickeltes Gehirn hat? Natürlich die Welle reiten, Features mit allen großen Namen, unter anderem mit Drake, mit dem er Anfang 2012 sogar als Support auf Tour geht. Seine Worte von nur drei Jahren zuvor? Egal. Er steckt sowieso schon knietief in den Aufnahmen zu dem Album, was alles ändern soll: GOOD KID, M.A.A.D CITY, Oktober 2012 erscheint es, und plötzlich hören auch die Tageszeitungen zu – wer ist dieser Typ, der mit einem Song über Alkoholsucht, „Swimming Pools (Drank)“ in die Charts kommt? Für den Dr. Dre eine Pause von seinem Kopfhörerbusiness nimmt und als ausführender Produzent den Sound bestimmt? Der auf einem Konzeptalbum Gangster Rap, Witz und Sozialkritik und fast schon filmische, intensive Atmosphäre zusammenbringt? Auf GOOD KID, M.A.A.D CITY erzählt er von sich selbst, von dieser Zeit, die damals seinen Vater zu einer Intervention zwang, von Feiern und Ballern und vom Fast-Abrutschen, vom Versuch, es rauszuschaffen, aber trotzdem auch festhalten wollen an dem, was man kennt. Keine Lebensrealität, die die meisten Feuilletonist:innen kennen, die das Album abfeiern, und auch die meisten Studierenden nicht, auf deren Campus er auftritt. Aber ist auch egal, denn GOOD KID, M.A.A.D CITY zieht sie alle trotzdem hypnotisch in seinen Bann mit diesen Erzählungen aus Compton, mit seinen verschiedenen Figuren, mit der Erzählweise, die irgendwie einen auf James Joyce macht, aber eben im HipHop-Outfit, dessen Produktion eben nicht nach 2012 klingt, sondern irgendwie zeitlos. Bis heute wabert es durch die Albencharts, nicht nur in den USA. Weltweit bekommen die Leute nicht genug. Er hat einen Ruf weg: der HipHop-Messias.
Es regnet danach Preise und Karriereoptionen: Tour mit Steve Aoki, mit Eminem, mit Kanye (die sein Management verhindern wollte), Features mit Asap Rocky, Imagine Dragons, Lonely Island und Adam Levine, Robin Thicke und 2Chainz, „GQ“ ernannte ihn zum „Man of the Year“. Bei den Grammys wird das Album ignoriert, was dazu führt, dass der Gewinner des Jahres, Macklemore, sich privat und öffentlich bei Lamar entschuldigt. Ein Kurzfilm, basierend auf dem Album, hat seine Premiere auf dem Sundance-Filmfestival. Alles mitnehmen. Verständlich, wenn man von ganz unten kommt. Verständlich, wenn man sich nicht sicher ist, wie lange dieser Trip noch andauert. Aber während all dem muss er mit dem Tod von drei alten Freunden klarkommen. Die ganze Musikwelt huldigt ihm, er hat währenddessen Depressionen und Suizidgedanken. Das macht man, wenn so viele Hoffnungen in einen gesteckt werden, bevor man überhaupt so richtig erwachsen geworden ist. Das Ergebnis? TO PIMP A BUTTERFLY, 2015. Kein GOOD KID, M.A.A.D CITY 2. Nicht mehr vom Gleichen. Sondern ein neuer Sound. Oder vielmehr ein alter, eine Feier afroamerikanischer Musiktraditionen, Free Jazz, Funk, Soul (auf dem ein Jahr später veröffentlichten UNTITTLED UNMASTERED mit übriggebliebenen Songs der Sessions sollen noch mehr Soundexperimente folgen). Es geht nicht mehr ausschließlich um sein persönliches Erleben, sondern um die Realitäten afroamerikanischer Existenz in den USA, es geht um Emanzipation angesichts struktureller Gewalt, es geht um Empowerment. Der Schmetterling wird zum Soundtrack für Black Lives Matter, we gon’ be alright, ein Versprechen.
Aber auch er selbst ist alright, zumindest für den Moment: Verlobung mit seinem Highschool Sweetheart Whitney, der erste Mainstream-Hit mit Taylor Swifts „Bad Blood“, später die Krönung als Sidekick von Beyoncé zu „Freedom“. 2017 dann DAMN, Einflüsse aus R’n’B, Pop, Trap schaffen einen Neo-Oldschool Sound. Thematisch geht es hinab in die Tiefe Depressionen, Lust und irgendwie auch KFC. Der Geschichtenerzähler läuft hier zu Bestform auf – was prompt zu einem Pulitzerpreis führt. Der erste, den jemals ein Rapper und ein Rapalbum verliehen bekommt. Unreal, diese Ehre. Unreal aber auch weiterhin die Erwartungen, die in ihn gesteckt werden. Er kuratiert ein Album zum Film „Black Panther“, es wird direkt zum beliebtesten HipHop-Release des Jahres gekürt. Aber danach ist erst einmal Schluss. Vier Jahre Pause. Kind bekommen. Eine eigene Agentur mit Dave Free, immer noch an seiner Seite, auch nach all den Jahren, gründen. Hier und da ein Feature. Aber ansonsten: Stille.
2021 kündigt er an, das letzte Mal unter dem Dach von TDE ein Album zu veröffentlichen. Ende einer Ära. Und so fühlt sich MR. MORALE & THE BIG STEPPERS von 2022 auch an: Ein expansives Doppelalbum, so vulnerabel, wie man es selten auf der ganz, ganz, ganz großen Bühne hört, die Kendrick mittlerweile ganz für sich allein hat. Es geht um Therapie, um Sucht, um sexualisierte Gewalt und intergenerationales Trauma, um Heilung und inneren Frieden. Und darum, dass er sich nicht so richtig wohl fühlt in dieser Rolle als Heilsbringer. Nein, er ist nicht Jesus. Nein, er ist nicht der Retter des HipHop. Er ist ein fehlbarer Mann aus Compton. Peace, Love und Demut. Und trotzdem schwebt er bei seinen Liveshows über dem Publikum, spielt mit religiösen Ästhetiken, mit dem Blick des Publikums auf ihn als Heiligen des Rap. Widersprüche? Bitte doch. Gesellschaftskritische Bars, politischer Aktivismus und Werbekampagnen für Calvin Klein, Converse, Chanel. Peace, Love und Therapie – und 2024 dann der größte Beef der Musikgeschichte seit Tupac vs. Biggie. Ein lausiges Spektakel, in dem es schnell unter jede Gürtellinie und in den privatesten Bereich geht, Kinder und Partner werden hineingezogen, Kendrick insinuiert, dass Drake pädosexuelle Tendenzen hätte.
Aber weil 2024 ein Trip ist, schadet es ihm nicht. Im Gegenteil: „Not Like Us“ wird zu einem Überhit, der Kendrick sogar als Soundtrack zur Nominierung Kamala Harris’ dient. Muss man das verstehen? Nein. Aber sieht man das Video zum Song und Aufzeichnungen von Lamars Konzert in Los Angeles zum bedeutenden afroamerikanischen Feiertag Juneteenth letzten Sommer, wird klar: Es geht um mehr als Drake.
Es geht um afroamerikanische Kultur, es geht um die Westcoast, es geht um Stolz, Empowerment und Aufstieg und Überleben. Und darum, die eigene Kultur zu schützen. Mit dem überraschenden Album GNX, das Lamar Mitte November veröffentlicht, geht es auch immer wieder um den Beef. Aber auch um die übergeordneten Fragen nach dem Zustand der HipHop-Industrie, um Realness, um Wut. Und darum, dass er zwar nicht unser Retter sein will, aber die Stimme von Gott einnehmen? Das schon. Kendrick Lamar bleibt kompliziert. Und das ist das Beste, was uns allen passieren kann.