Welches Equipment verwendet eigentlich Robert Smith von The Cure?
2019 kommen The Cure nach Deutschland auf Tour. Bevor wir vor Aufregung heulend ganz vorne stehen und uns die Schminke zerläuft, widmen wir uns dem Equipment, das Robert Smith verwendet.
Jungs weinen nicht. Robert Smith schon gar nicht, denn der Frontmann mit dem zerlaufenen Lippenstift und den furchtbar verzottelten Haaren verkneift sich bestimmt das ein oder andere Lächeln beim Gedanken an sein Equipment, das sich im Laufe der Bandgeschichte so durchgesetzt hat oder eben schon immer da war.
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’60s Fender Jazzmaster: Geburtsschrei
Zum Einen ist da seine Fender Jazzmaster, die nun bereits einige Alben und Gigs auf dem Buckel hat. Sie hing um Smiths Schultern, als sich die Band die ein oder andere Nacht im Studio um die Ohren schlug, um The Cures erstes Album „Three Imaginary Boys“ aufzunehmen. Den Produzent trieb er damals zur Weißglut, indem der junge Brite einen billigen Pickup von Woolworth an der extra für die frühen Aufnahmen besorgten E-Gitarre montierte.
Viel Geld musste Smith für seine echte Fender aber nicht in die Hand nehmen: Die Jazzmaster floppte genau wie ihre Schwester Fender Jaguar in den anfänglichen Verkaufsjahren gehörig, der Preis fiel in den Keller. In den 90ern war das die perfekte Gelegenheit für musikbegeisterte, junge Hüpfer, für wenig Geld an eine qualitativ hochwertige E-Gitarre zu kommen. So zog wohl auch Smith durch die Läden und verhalf der fast vergessenen Fender Jazzmaster zu ihrer Wiedergeburt in der dreckigen und lauten Alternative-Szene.
AmazonBoss BD-2 Blues Driver: Bonbons für schwarze Seelen
Robert Smith scheint trotz depressivem Output im Dark Wave und Gothic Rock irgendwie doch ein farbenfroher Mensch zu sein. Fast alle seine Effektpedale bezieht er von Boss, denn die kleinen Geräte sind ja so schön bunt. Nicht etwa, weil Smith gerne auf in farbiges, massives Metall verpackte Bonbons tritt; seine Vorliebe hat einen ganz pragmatischen Grund: Zwischen all dem Nebel sieht der Leadgitarrist und Sänger die sich voneinander abhebenden Farben der verschiedenen Pedale einfach viel besser. So ist es dem wirren Kopf ohne Suchen und Fummeln möglich, den richtigen Effekt per Tritt zu aktivieren und sein Set durchzuziehen.
Der Boss BD-2 Blues Driver beispielsweise ist ein Bodentreter, der das Signal so verzerrt, dass der Sound bluestypisch schön warm und knackig wird. Und wie bereits erwähnt, ist Smith nicht nur Besitzer eines einzigen Boss-Pedals, sondern reiht unter anderem auch einen Boss Super Overdrive, ein Distortion und Flanger in sein Pedalboard ein. Die Liste ist lang.
Line 6 Flextone Plus 2×12″ Combo Amp: Der Sound von „Bloodflowers“
Robert Smith mag es eher simpel. Denn nur dort, wo Pausen existieren, darf der Kopf wandern. Für die Studioaufnahmen des 2000er-Albums BLOODFLOWERS verwendete der britische Musiker einen Line 6 Flextone Plus 2×12″ Combo Amp und bugsierte einen weiteren Verstärker daneben, stellte vor beide jeweils ein Mikrofon und begann, das Album einzuspielen. Dabei verzichtete die Band auf Gefummel, das über den verzerrten Sound des einen Amps und des cleanen Sound des anderen hinausgeht. Das Gefühl, die Band gerade live zu erleben, war The Cure offensichtlich wichtiger. Die beiden unterschiedlichen Gitarren-Aufnahmen und Klänge wurden später gemischt und gemastert.
Auf der Bühne haben es The Cure übrigens gerne etwas leiser als ihre mittlerweile bestimmt schwerhörigen Szene-Kollegen. Der Bühnenmix und dessen Lautstärke orientiert sich ausschließlich am akustischen Signal des Schlagzeugs, hinter dem seit 1995 Jason Cooper ordentlich mit seinen Drumsticks rumrührt.
Dass wir The Cure 2019 auf insgesamt etlichen Festivals in Europa live erleben werden können, steht seit einigen Wochen fest. Mittlerweile kennen wir die Termine auch konkreter (zuletzt kündigte etwa das Roskilde-Festival einen Besuch von The Cure an) und wissen unter anderem: The Cure werden nach 2016 auch wieder in Deutschland zu sehen sein und als Headliner bei den Zwillingsfestivals Hurricane und Southside auftreten.
„Bloodflowers“ könnt Ihr Euch hier anhören: